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13.03.2010 : 15:52

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STERN des Monats Februar 2010

Christa Scheibel (75) aus Köpenick

Christa Scheibel (75) aus Köpenick, gute Seele im Nachbarschaftshaus „Rabenhaus e. V.“

„Über 15 Jahre ist es jetzt her, dass ich das erste Mal die Freizeit- und Sportangebote im Rabenhaus Köpenick genutzt habe. Ich war z. B. jede Woche beim Yogakurs und habe dadurch etwas für meine Gesundheit getan. Aber das hat mir nicht gereicht. Ich bin schon immer jemand gewesen, der seine eigene Meinung vertritt und sich dafür stark macht, früher durch politisches Engagement. Als ein Mensch, der gern Verantwortung übernimmt, habe ich vor 12 Jahren das Ehrenamt des Vorstandes im Nachbarschaftshaus übernommen. Mir ist es besonders wichtig, dass die Vielfalt der Angebote und Projekte des Hauses gesichert sind, da sie für viele die einzige Möglichkeit bieten, Gleichgesinnte zu treffen und Kontakte zu knüpfen. Um Menschen, die nicht mehr berufstätig sind, aus ihrem Alltag herauszuholen, habe ich vor über 10 Jahren einen Englisch-Konversationskurs im Rabenhaus ins Leben gerufen, der mittlerweile aus sieben Personen besteht und wöchentlich stattfindet. Ich bin für Form und Inhalt des Kurses zuständig, doch eigentlich teilen wir uns die gesamte Organisation, weil jeder mitentscheiden kann, welches Thema behandelt wird und was der Lernstoff beinhalten soll. Jeder bringt andere Vorkenntnisse mit, da ist es wichtig aufeinander einzugehen. Es ist nicht nur die englische Sprache in Wort und Schrift, die wir hier erlernen und dann beispielsweise auf Reisen ganz praktisch anwenden können. Die Mitglieder der Gruppe geben sich gegenseitig Halt und Unterstützung in allen Lebensbereichen. Wenn eine/-r von uns Kummer hat, stößt er/sie hier immer auf ein offenes Ohr. Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und zusammen eine schöne Zeit zu verbringen, lade ich auch gern mal zu mir in den Garten auf ein Stück Kuchen ein. Seinem Nächsten Beachtung schenken, füreinander da sein und in der Not die Hand reichen – jeder kann in seinem Rahmen etwas für seine Mitmenschen tun. Es ist ein Geben und Nehmen, das wird mir hier immer wieder bewusst. Mein Engagement bereitet mir viel Freude: Ich lerne eine Menge dabei; wenn ich meine Enkeltochter besuche, die in London wohnt, habe ich keine Probleme mehr damit, mich mit den Einheimischen zu unterhalten. Ich habe Möglichkeiten zur Mitgestaltung meines Umfeldes und dazu noch liebe und dankbare Menschen um mich. Es ist ein befriedigendes Gefühl, gebraucht zu werden und für andere da zu sein.“

Von: ab