Sie sind hier: Startseite > Details

Marktplatz Treptow-Köpenick - Facebook

18.10.2017 : 04:05

Denis Steimann mehr...

Bild Unternehmensengagement

Aktuelles

» 11.09.17 | Freiwilligentage: Dank an alle Ehrenamtlichen! mehr...

alle Nachrichten | RSS

Aktuelles

11. August 2017

Wenn Engel reisen...

Annette Kunsch berichtet von der Dankeschönfahrt des Unionhilfswerks in die Lutherstadt Wittenberg

…, ist gut Sonnenschein! Nein, diesen Spruch können wir nicht Martin Luther zuschreiben. Aber für die im Juli vom Unionhilfswerk Berlin organisierte Dankeschönfahrt in die Lutherstadt Wittenberg ließ sich die Sonne nach anfänglichem Zögern doch blicken. Früh um acht Uhr ging’s los. Daniel Büchel, der Projektleiter Freiwilligenengagement, hob in seiner Begrüßung hervor, dass ehrenamtlich tätig zu sein, nicht selbstverständlich sei. Er sprach den 45 Teilnehmern, die  ehrenamtlich als Integrationspaten, Sterbebegleiter, als Sternenlotsen der Sternenfischer oder bei Besuchsdiensten tätig sind, dafür ausdrücklich seinen Dank aus. Ermöglicht wurde die Tagesfahrt durch die Stiftung Union Hilfswerk Berlin im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Unsere netten Wegbegleiterinnen Nicole Lorenz, Annelies Herrmann und Manuela Netzner kümmerten sich um unser leibliches Wohl während der Fahrt, betreuten uns in zwei Gruppen und achteten darauf, dass unterwegs niemand abhandenkam.

Allein die Einfahrt in Wittenberg war beeindruckend, nicht nur  für den, der lange nicht hier gewesen ist. Das begann bei den neu gestalteten und gut gepflegten Garten- und Parkanlagen vor der Stadtmauer. Sehenswert war der wieder hergestellte Innenhof des Cranachhauses heute im Vergleich zu einem Foto von 1989. An vielen der möglichst denkmalgerecht restaurierten mittelalterlichen Häuser erinnern Schilder an die einstmaligen, berühmten Bewohner der alten Universitätsstadt. Und überall begegneten uns Hinweisschilder auf Ausstellungen und Veranstaltungen zum Lutherjahr „500 Jahre Reformation“.

Zwei sehr belesene Stadtführer begleiteten uns beim Stadtrundgang durch die historische Altstadt mit der Schlosskirche und der berühmten Thesentür, an die Martin Luther 1517 seine 95 Thesen wider den Ablasshandel geschlagen haben soll. „Wenn das so nicht stimmt, dann ist es mindestens gut erfunden“, so der Kommentar unseres Stadtführers. Beeindruckend war auch die neben dem Rathaus gelegene Stadtkirche Sankt Marien. Der Cranach-Altar zeigt uns die in die Abendmahlszene eingearbeiteten  Porträts von Luther, Melanchthon, Cranach d.J. selbst und Honoratioren der Stadt um 1530.

Für manchen von uns war die Mittagspause eine willkommene Erholung, denn nicht jeder der überwiegend älteren Teilnehmer war gut zu Fuß. Nach Mittagessen und Speiseeis ging‘s weiter zunächst zum nahegelegenen Lutherhaus, das universitäre Lehranstalt und Wohnhaus Luthers zugleich war. Hier lebte Martin Luther(1483-1546) mit seiner Frau Katharina bis zu seinem Tod und führte philosophische, theologische und juristische Dispute mit  Studenten und Professoren.

Gleich nebenan steht das Wohnhaus von Philipp Melanchthon (1497-1560), einem geistigen Vordenker der Reformation und ein vielseitig interessierter Wissenschaftler seiner Zeit. Heute würde man ihn einen „Nerd“ nennen, meinte unser Stadtführer lakonisch. Leider sind die Einrichtungen beider Häuser und der Innenhöfe nicht mehr im Originalzustand zu besichtigen. Die Beschreibungen und kleinen Geschichten unseres Stadtführers waren aber durchaus anschaulich und lebensnah.

Mit dem Bus ging es am späten Nachmittag weiter nach Wiesenburg. In der Schlossschänke “Zur Remise“, die tatsächlich früher ein Unterstand für Pferdewagen war, gab es Kaffee und Kuchen und im Schlosspark auch die Möglichkeit, sich mal wieder die Beine zu vertreten. Kommentar von Hiltraud Oschlies vom BV Lichtenberg-Hohenschönhausen: „Bin ich kaputt! Aber es war ein toller Tag“.

Erika Mutzeck, Sternenlotsin in Friedrichshagen, fasste ihre Eindrücke so zusammen: „Das Programm war abwechslungsreich, interessant und ausgewogen. Die Führung war fachkundig. Es gab Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und interessante Gespräche zu führen. Prima Idee und ein großes Dankeschön an die Organisatoren“.

Übrigens: Kurz vor Berlin öffnete der Himmel unwettergleich seine Schleusen.  Wie war das mit den Engeln …?

Annette Kunsch
Redakteurin der Sternenzeit

Foto: Reginald Gramatté