Anneliese Schumann (72) aus Charlottenburg mehr...
Unternehmensengagement im Portrait
Ein Arbeitgeber führt ins Ehrenamt: der Umweltdienstleister Veolia Environnement
Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung – diese Unternehmensziele widersprechen sich keinesfalls. Das beweist der Umweltdienstleister Veolia Environnement. Das Unternehmen motiviert seine Mitarbeiter, ihr Fachwissen auch ehrenamtlichen einzubringen.
Laut des Abschlussberichtes zum Freiwilligensurvey 2010 ist die Bereitschaft der Bundesbürger sich ehrenamtlich zu engagieren zwischen 2004 und 2009 um ganze sechs Prozent gestiegen und beträgt nun 37 Prozent. Um dieses brach liegende Potential auszuschöpfen bedarf es aktiver Förderungsmaßnahmen. Mit gutem Beispiel geht das Berliner Umweltdienstleistungsunternehmen Veolia Environnement voran. Umwelt, Beschäftigung und Solidarität sind das Leitbild der 2001 vom Unternehmen ins Leben gerufenen Veolia Stiftung. Ihre Arbeit besteht in der Unterstützung lokaler Initiativen, die das Lebensumfeld verbessern, für Umweltschutz sensibilisieren, Menschen in Beschäftigung integrieren und Solidarität leisten. Zu den zentralen Förderprinzipien gehört ein Patenschaftsmodell, das es den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Unternehmens ermöglicht, sich ehrenamtlich zu engagieren: Jedes Förderprojekt bekommt einen freiwilligen Paten an die Seite gestellt, der sich bereiterklärt, es mit Fachwissen und Know-How langfristig zu unterstützen.
Karola Oswald ist eine von über 200 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Veolia-Gruppe, die diese Möglichkeit gerne nutzen. Die Hauptberufliche Ingenieurin arbeitet bei den Berliner Wasserbetrieben, einem Partnerunternehmen von Veolia Environnement. Im Jahr 2002 hat sie die Unternehmenspatenschaft für den Modellpark Berlin-Brandenburg übernommen. Ziel des Projektes ist, Arbeitslose in eine Beschäftigung zurückzuführen. In einem ersten Schritt wurden Modelle bekannter und historischer Wahrzeichen von Berlin in einer Werkstatt nachgebaut, die in Modellpark ausgestellt sind. Als Karola Oswald die Patenschaft übernahm, waren die ersten Modelle gerade fertig, für die es insbesondere an Transportmitteln und Lagermöglichkeiten fehlte. Logistische Hilfe war also gefragt. Diese leistete Karola Oswald, indem sie u.a. bei ihrem Arbeitgeber freie Lagerflächen organisierte. Engagement und Berufstätigkeit bringt sie problemlos unter einen Hut. „Ich investiere gar nicht viel Zeit in mein Engagement und doch ist die Wirkung enorm“, freut sie sich. Mittlerweile ist der Modellpark zum touristischen Anziehungspunkt avanciert und das langfristige Projektziel, Arbeitsplätze in Festanstellung zu schaffen, wurde erreicht. Dafür, dass die Unternehmensstiftung ihr den Weg in ein ehrenamtliches Engagement gezeigt hat, ist Karola Oswald dankbar: „Ohne mein Engagement hätte ich diese soziale Lebenswelt nicht kennengelernt, da es zu dieser sonst kaum Berührungspunkte für mich gibt“, erklärt sie.
Neben dem Modellpark-Brandenburg hat die Veolia Stiftung bereits mehr als 300 Initiativen gefördert. Grundsätzlich kann sie überall dort tätig werden, wo das Unternehmen mit seinen Beschäftigten und Kunden präsent ist. Anfangs lag der Schwerpunkt daher auf dem Hauptstandort des Unternehmens: Berlin. Seit 2004 besteht eine Kooperation mit der französischen Schwesterstiftung Fondation d'entreprise Veolia Environnement und die Fördertätigkeit konnte auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.
Über zwei Wege kommt eine Patenschaft zustande. Entweder schlagen Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen von Veolia Environnement selbst ein Projekt vor oder sie wählen eines der Projekte aus, die sich bei der Stiftung um eine Förderung beworben haben.
Fällt die Entscheidung positiv aus, überreicht der Projektpate den Fördercheck über meist 3.000 bis 10.000 Euro. Das Geld ist zweckgebunden und darf ausschließlich für Sachinvestitionen verwendet werden. Ferner ist festgelegt, dass der Betrag 50 Prozent des Projektbudgets nicht übersteigen darf, denn wie die Bezeichnung „Anschubfinanzierung“ andeutet, ist die Fördersumme lediglich als finanzieller Anschub gedacht, der die Eigenmittel des Antragsstellers sowie Mittel aus anderen Fördertöpfen aufstockt.
Einen ebenso großen Wert wie die Finanzspritze haben Beratung und Hilfe durch die Paten. Die Idee, Zeit und Fachkompetenzen für eine gute Sache einzusetzen, kommt nicht nur bei Karola Oswald gut an. Immer mehr Mitarbeiter entscheiden sich wie sie dafür, in ihrer Freizeit ein Projekt zu unterstützen. „Sie sehen und spüren bei anderen Mitarbeitern, wie viel Freude ihnen die Patenschaft bereitet und wie sinnvoll das Engagement ist“, erklärt Karola Oswald. Sie selbst ist stolz, dass ihr Arbeitgeber ehrenamtliches Engagement fördert.
Dieses Portrait wurde im Auftrag der Plattform Weltbeweger (www.weltbeweger.de) erstellt.
Portrait Stand 2011.
Von: Lisa Schönsee


